Es lohnt sich IMMER zu kämpfen…..

Wenn jemand eine Reise tut, hat er was zu erzählen…..

Ein weiteres Rennen, ein spannendes Abenteuer in Polen geht erfolgreich zu Ende!

Unsere Anreise am Mittwoch vor dem Rennen verlief grundsätzlich ohne Probleme. Naja, die Reservierung vom Mietauto hat nicht funktioniert, haben dann vor Ort eines bekommen…..einen Seat Ibiza…..für ein Rad, zwei große Koffer und zwei Personen…..was nicht alles möglich ist 😉
In Gdynia herrschten, wie fast in ganz Europa zur Zeit, tropische Wetterbedingungen.
Im Hotel angekommen, haben wir auf unseren Jungprofi Sebastian und seinen Papa gewartet, die mit einem anderen Flieger anreisen mussten, da eine Woche vor Abreise die bereits bestätigten Fahrräder in unserer Maschine nun doch keinen Platz fanden. So sind Sebastian und sein Papa Herbert von Wien über Frankfurt geflogen, wo sie den Anschlussflug nach Danzig verpasst haben und eine Nacht in Frankfurt bleiben mussten, weil sein Rad auf dem nächsten Anschlussflug wieder keinen Platz hatte. Die Krönung folgte am nächste Tag, als wir sie vom Flughafen abholten, denn…..das Rad war wieder nicht da…..langsam wurde es spannend, denn so viele Flüge nach Danzig gibt es nun doch nicht. Es wurde versichert, dass das Rad noch in der Nacht mit einem Transportflugzeug nach Danzig und dann direkt ins Hotel zugestellt werden sollte. Das hat dann zum Glück auch funktioniert. Da war es aber schon Freitag Mittag…..
Aber wie Markus immer sagt: Ironman ist ein Abenteuer und Lebensschule. Wie recht er hat….

Wir haben uns die zwei Tage vor dem Rennen so gut wie möglich vorbereitet, zwei kurze Läufe, einmal noch schwimmen im Meer und ein kurzer Test am Rad, der zur absoluten Nervenprobe wurde. Wir sind dafür extra mit dem Auto ins Hinterland gefahren um der Stadt auszuweichen……das war ein Erlebnis…..relativ schmale Strassen ohne Parkett, dafür viele Löcher und Rillen und Verkehr ohne Ende. War echt froh, als ich wieder vom Bock absteigen durfte…..

Ein paar kleine Hoppalas noch, die uns mehr beschäftigt als beunruhigt haben und dann war er endlich da, der RACEDAY 🙂

Sonntag 5.00 Uhr morgens Tagwache, Frühstück im Hotelzimmer, weil das Personal noch geschlafen hat 🙂 und dann sind wir losmarschiert Richtung Start. Einmal noch in die Wechselzone zum Bike checken, Wechselsackerln prüfen und ab gings Richtung Strand, wo sich schon Hunderte Athleten mit ihren Betreuern und Fans tummelten. Die Spannung stieg langsam…. Sebastian startete als Profi um 8.00 Uhr, ich war bei den Agegroupern ab 8.10 Uhr dran. Ich hatte mit Coachi vereinbart, dass ich mich mutig im 2. Drittel der schnellsten Gruppe aufstelle. Das war die richtige Entscheidung, denn von 2.217 registrierten Athleten bin ich als 224ste aus dem Wasser.

Das Schwimmen war unglaublich hart. Dadurch, dass wir 1.050m gerade ins offene Meer hinausgeschwommen sind, war die Strecke ungeschützt vom aufkommenden Wind und der hat für extreme Wellen und Strömungen gesorgt. Aloha kann ich nur sagen 🙂 Obwohl ich sehr gut geschwommen und mit den Bedingungen gut zurecht gekommen bin, hab ich auf den letzten 400m plötzlich wieder meine Herzrythmusstörungen bekommen, die sich auch auf die ersten 30km am Rad ausgewirkt haben. Ich hab einfach zu lange gebraucht um mich wieder zu erholen, konnte kein Tempo machen und hab dadurch extrem viel Zeit verloren. Das Rennen schien gelaufen zu sein. Trotzdem hab ich mich geduldig Kilometer für Kilometer nach vorne gearbeitet und gemerkt, dass die Kraft langsam zurück kommt. Und als ich grad wieder so richtig in Fahrt war und mich ins Rennen zurückholen konnte kam sie wie eine Dampfwalze daher…..die dunkle Front…..beängstigend……ein Hagelgewitter ging nieder, begleitet von Sturmböen……selbstverständlich von der Seite, damit man es richtig spürt……und ich war mitten drinnen, in einer weiteren Prüfung, die mir alles abverlangt hat. Aber ich blieb so ruhig wie möglich und konzentrierte mich nur darauf, dass mich jeder einzelne Tritt dem Ziel näher bringt.  Und dann waren sie endlich da, die Pflastersteine, auf dem Weg in die Wechselzone…..

Runter vom Rad, rein in die Laufschuhe und raus ging es auf der andern Seite der Wechselzone wieder über die Pflastersteine auf die Laufstrecke um 21,2km hinter mich zu bringen. Mittlerweilen hatte sich das Gewitter verzogen und die Sonne kam wieder durch…..stechend und heiß, jedoch zum Glück nicht so tropisch wie die Tage davor. Es ging mir erstaunlich gut, ich spannte mich auf und versuchte groß zu bleiben. Die Spannung auf keinen Fall verlieren dachte ich. Drei Runden waren zu absolvieren mit 180 Höhenmetern. Ich versorgte mich gut, und kämpfte mich Kilometer für Kilometer nach vorne. Allzu gerne hätte ich ein wenig nachgegeben, aber ich ließ nicht locker. Markus stand an der Strecke, pushte mich was ging und in der 2. Runde kam dann noch einmal die entscheidende Motivationsspritze……die Info, dass meine Kolleginnen alle langsamer werden. Keine konnte ihr Tempo halten. „Du kannst noch Plätze gut machen, ihr seid alle ganz nah beieinander“, rief Markus mir zu. Und er hatte recht. Bei den Wendepunkten, wo wir uns entgegen kamen, konnte ich es in ihren Gesichtern sehen. Wie ich es vom Coachi gelernt habe, lächelte ich beim vorbei laufen, machte mich groß und zeigte ihnen, dass ich noch im Stande war mein Tempo zu halten. Und…..es hat sich gelohnt zu kämpfen. Ich schaffte den schnellsten Laufsplit in meiner Altersklasse  und hab mir damit noch den 3. Platz geholt…..in einem Rennen, das kurz vor dem Aus war………das macht mich besonders stolz und glücklich!

In diesem Rennen habe ich die praktische Erfahrung machen dürfen: ES LOHNT SICH IMMER ZU KÄMPFEN!!!!! Und so ist es ja schließlich und endlich auch im täglichen Leben……

DANKE an alle die mir wieder fest die Daumen gedrückt haben und meinem Coachi für die perfekte Betreuung vor Ort!!!

…..achja…..das Rennen ist sehr empfehlenswert, aber polnisch haben wir trotzdem kein einziges Wort gelernt 😉

Jetzt freu ich mich auf 3 Wochen (Trainings)Urlaub auf unserer Insel in Kroatien und dann gehts noch einmal zum Endspurt nach Italien auf die Langdistanz…..

Schönen Sommer und genießt das Leben,

eure Hexi 🙂

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